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Vier Menschen für Unterbrunn

Im aktuellen Gautinger Gemeinderat ist Unterbrunn mit zwei Gemeinderäten vertreten – und sie gehören beide zur Fraktion der „Menschen für Gauting“. Stefan Berchtold ist Musiker, Biocaterer und Referent für Kultur im Gemeinderat. Axel Höpner ist Journalist, schreibt viele Artikel für diese Homepage und macht unter anderem „Kultur in Unterbrunn“.

Auf der neuen, bunt gemischten Liste der „Menschen für Gauting“ sind jetzt sogar vier Unterbrunnerinnen und Unterbrunner vertreten, soviele wie bei keiner anderen Gruppierungen. Stefan bewirbt sich diesmal sogar um das Bürgermeisteramt, Axel tritt wieder auf Platz 3 der Liste an.

Mit dabei ist außerdem Jane Höchstetter (Listenplatz 6). Auch sie ist Biocaterin und als freischaffende Künstlerin 1. Vorsitzende des Kunstvereins Gauting. Das Quartett komplettiert Vroni Walser – auch sie kennen die meisten Unterbrunner zum Beispiel als Raumausstatterin (Wastian), Feuerwehrlerin und Mitveranstalterin des Christkindlmarkts. Hier erzählen die vier kurz etwas über sich, und warum sie bei der Kommunalwahl für Unterbrunn antreten.

In den vergangenen Wochen haben wir hier bereits den Korbinian Röckenschuss vorgestellt, der für die CSU antritt, und den Andi Heb, der für die FDP dabei ist.

Axel Höpner:

„Servus, ich bin der Axel. Ich bin in Gauting aufgewachsen (habe damals aber schon hier Tennis gespielt im Boris-Becker-Boom) und lebe seit knapp 20 Jahren wahnsinnig gern in Unterbrunn. Ich glaube wirklich, dass dieses Dorf mit seinem Zusammenhalt, dem Einfach-Selbermachen und den vielen Engagierten vom Mandi über die Burschenschaft bis zu Stammtischen, Feuerwehr und den vielen Vereinen etwas Besonderes ist.

In den Gemeinderat bin ich beim letzten Mal überraschend nachgerutscht. Als „Kultur in Unterbrunn“-Mitveranstalter wollte ich vor allem den Kalle McFadden unterstützen, die „Menschen für Gauting“/Piraten waren anfangs vor allem auch eine Kulturliste. Inzwischen ist es eine große Gruppe von engagierten Menschen, die in vielen Vereinen aktiv sind. Um Parteipolitik und Ideologien geht es auf kommunaler Ebene nicht. Da geht es weder um Atomkraft oder Ukrainekrieg, Flüchtlingspolitik oder Vermögenssteuern. Ich würde unseren Kurs als pragmatisch und progressiv beschreiben. Wir wollen, dass sich Gauting weiterentwickelt – aber behutsam und mit den notwendigen Kompromissen.

In den vergangenen Jahren habe ich zum einen versucht, Transparenz herzustellen: Ich habe auf dieser Homepage und in den Facebook-Gruppen berichtet, warum und wie Entscheidungen zusammengekommen sind. Und ich war Ansprechpartner für alle Unterbrunnerinnen und Unterbrunner (da ist mir wirklich egal, wo jemand zb politisch steht oder selbst, wie ich selbst zu dem Thema stehe; ich habe es in den Gemeinderat eingebracht, egal ob es um Parkverbote, Schuttablagerungen oder die elende Verkehrssituation in der Gautinger Landstraße geht).

Es ist nie genug, doch ein bisschen was haben wir in der vergangenen Legislatur erreicht, glaube ich. Oft ist es da übrigens hilfreicher, ein Thema dezent in nicht-öffentlicher Sitzung anzusprechen, als öffentlichkeitswirksame Anträge zu stellen. In der Gautinger Landstraße kamen zumindest die Querungshilfe und ein neues Stoppschild (das Thema bleibt aber auf der Tagesordnung), der Expressbus hält jetzt endlich im Dorf, der Mandi wurde Ehrenbürger.

Unterbrunn hatte eine Stimme im Gemeinderat, und es ist wichtig, dass das auch so bleibt. Drum würde ich mich freuen, wenn Ihr die heimischen Kandidaten der im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen unterstützt – das gilt auch für den Korbi und den Andi.“

Stefan Berchtold:

„Ich bin Stefan Berchtold – Gemeinderat, Musiker und Bio-Caterer – und ich möchte Bürgermeister von Gauting werden.  Ich bin 1968 in Stockdorf geboren, dort auch aufgewachsen, wohne aber seit 20 Jahren in Unterbrunn.  Seit den 1990ern bin ich in Gauting sowohl kulturell als auch politisch und beruflich aktiv, derzeit leite ich ein Biocateringunternehmen für Kitas und arbeite auch als Musiker und Musiklehrer.

Ich bin seit 2020 Gemeinderat der „Menschen für Gauting“ und beschäftige mich intensiv mit allen Fragen des gemeindlichen Zusammenlebens im Kontext von nachhaltiger Entwicklung im Ort, von Gewerbe, Kultur, Verkehr, Finanzen. Dabei ging es oft auch um Unterbrunner Themen: Vom Expressbushalt über die Querungsinsel in der Gautinger Landstraße bis hin zur Ehrenbürgerschaft von Mandi Geiger. Ich vertrete die Fraktion zudem im Bauausschuss, der sich auch oft mit Unterbrunner Bauanträgen beschäftigt, und bin vom Gemeinderat zum Referenten für Kultur bestimmt worden.

Ich lebe gern in Unterbrunn und Gauting. Die Vielschichtigkeit der Menschen, der Landschaft und des Stadtbaus prägt unsere Gemeinde und macht sie für mich so besonders! Neben der großartigen Qualität der vorhandenen Infrastruktur wie Schulcampus, Schwimmbad, Bürger- und Kulturhaus, Bibliothek, Musikschule und vielem mehr – lieben wir vor allem eines: Die gewachsene Beständigkeit unserer sozialen Kontakte über alle Lebensphasen hinweg. Unterbrunn ist da für die anderen Gemeindeteile oft ein Vorbild. Der Zusammenhalt ist groß, und die Gemeinschaft stellt viel gemeinsam auf die Beine (ohne als erstes zu fragen, wie das bezahlt oder genehmigt werden kann).

Mir ist wichtig, dass wir eine zukunftszugewandte, familienfreundliche, offene und vielfältige Gemeinde bleiben, die Klimaziele umsetzen und die Finanzsituation durch eine nachhaltige Gewerbepolitik verbessern. Natürlich liegen mir Kunst, Kultur und die Vereine besonders am Herzen. Besonders wichtig ist mir zudem das Thema „bezahlbarer Wohnraum“. Das ist nicht nur ein Schlagwort, das sich viele gern anheften. Ich möchte, dass sich auch Menschen, die keine eigene Immobilie besitzen, in Gauting und Unterbrunn wohnen können und es so ihre Heimat bleibt.  

Für mich heißt das in der Konsequenz konkret, dass ich eine innerörtliche Verdichtung auch in der Höhe befürworte, um vielfältigen Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen und auch Platz für Kinderbetreuung und Arbeiten zu schaffen. Dazu möchte ich auch genossenschaftliche und generationenübergreifende Wohnformen unterstützen und ermöglichen.

Jane Höchstetter:

Ich bin „Jane“ Christiana Deodate Walburg Höchstetter, Künstlerin, Kulturmanagerin Unternehmerin, bin in Stockdorf in der Benno-/Ecke Gautingerstrasse auf einem grosse Grundstück mit Grosseltern, Urgrossmutter gegenüber des Bennoweihers aufgewachsen, da gab es ein Gartentor unsere Nachbarn waren die Familie Stickl-Schmid und das katholische Pfarrhaus. Am Ende unserer Straße war die „Lehrbaustelle“, in anderer Richtung ein Kiosk, die Post, und die Buchhandlung Schwab.

Links an der Gautingerstrasse waren jeweils eine Tankstelle,das Bazn-Häusl, ein kleiner Edeka und Qarzkeramik, rechts der Stanz-Schmid und ein Gasthaus , der Tengelmann im Bayerhaus und Webasto. Bahnhof und Grundschule waren 4 Minuten entfernt.

Wir 6 Geschwister und unsere Kusinen und Kusins hatten viel Platz Raum zum Spielen und Experimentieren, unsere Eltern, Tante und Onkel hatten Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München studiert;

Kurz vor den Olympischen Spielen 1972 öffnete München sich zur Weltstadt mit Herz und ich spürte die Stimmung und Botschaften … offen zu sein für Selbstrefexion, Persönlichkeitsentfaltung, Selbstbefreiung, es gab viele politische Agitatoren mit sehr konträren Konzepten, zugleich wohnte bei uns eine afrikanische Familie mit Kindern und ich erlebte Rassismus gegenüber diesen Menschen;

Ich habe gelernt, dass Werte wie Grundbesitz, Status und Prestige nicht alles sind,

Gemeinschaftlichkeit, Jung und Alt, kritisches Denken und Mitgefühl will meine Wege lenken. Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, waren bei uns willkommen! Ich selbst bin katholisch sozialisiert worden, war im Kindergarten St. Vitus und mein Taufpate war Rudolf Seitz, der Gründer der Schule der Phantasie.

Ich lebe seit 2005 mit meinem Lebensgefährten gerne in Unterbrunn (in einem Resthof genannt Bachlerhof;( Lustigerweise werde ich seit der Umbenennung der hiesigen Gautingerstrasse zur Gautinger Landstrasse immer wieder wegen falsch adressierten Anlieferungen mit meiner Kindheitsstrasse konfrontiert)

Ich habe an der Akademie der Bildenden Künste München Freie Kunst studiert und konnte meine eigene Position des Denkens in Bezug auf unsere Gesellschaft und unsere Kultur entwickeln.

Für mich war im Jahr 2000 klar unser gemeinsames Unternehmen Schlosscafe Fussberg in Gauting soll nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg sein , sondern ein menschlicher, persönlicher, in dem die Gäste den Augenblick und Ort mit ihrer Teilhabe und Anwesenheit mitgestalten. Nicht der reine Konsum sondern Begegnung und Wahrnehmen waren erwünscht, für diese langjährige Arbeit wurden mein Partner und ich mit dem Günther-Klinge-Preis 2006 ausgezeichnet für vielfältige kulturelle Ereignisse.

Seit 2011 betreibe ich ein Bio-Catering für Kindertagesstätten. Seit 2020 bin ich zudem 1.Vors. im Kunstverein Gauting e.V. und liebe es mit und für andere Ausstellungen zu planen, realisieren und zu kuratieren.

Mit Unterbrunn herzlich verbunden war ich schon als Kind über einen Onkel der hier lebte, die Familie von Frau Stützer, eine wunderbare Sängerin und Malerin und die Familie Fritz Hirsch, sen. Bildhauer und Fritz Hirsch den Maler; Ich lebe gerne hier und freue mich über die Kunst- und KulturDichte unseres Dorfes.

Hier finde ich viel Kontemplation im Garten am Ressbach. Hier leben grüne Garteneidechse, Spitzmaus, Kröten und Frösche, Ringelnatter, Blindschleichen, Erdhummeln, ein wunderbares Lebensgefühl durch alle Jahreszeiten hindurch! Die Nachbarn sind meist friedlich und gesprächig.

Im Winter hört man die viele Stimmen der Kinder am Schlittenberg, hinter dem Haus den Sound von Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle und natürlich die laut befahrene Hauptverkehrsstrasse, so auch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, oder wenn ein Maibaum ganz leise durch den Ort gezogen wird.

Themen, die mir wichtig sind: Kultureller Zusammenhalt

…zu einer gebildeten Persönlichkeit gehören politische, soziale, ökonomische und kulturelle Handlungsfähigkeit, wie komme ich zu dieser? Es gibt ja diesen Ausspruch: Vielfalt grundsätzlich! Heutzutage braucht man nicht alles selber können oder machen, es gibt so viele Spezialist:Innen. Wir ergänzen uns, wir handeln gemeinschaftlich! Ich habe mehrere Heimaten in vertrauten sozialen Netzwerken, eine davon heisst Piraten/MfG. Seit Gründung dieser Liste bin ich bereit mich auf Kommunalpolitik und ihre Herausforderungen ohne Vorbehalte einzulassen und habe Vertrauen in unsere drei bereits amtierenden Mitglieder des Gemeinderates, da konnte ich mir bei lockeren Gesprächen viel abschauen;

Stefan Berchtold ist der richtige „Direktor“ Bürgermeister, Sozial- und Gesellschaftspolitik kann er! Ich möchte mich für mehr kulturellen Zusammenhalt in unserer Gemeinde einsetzen, und friedliebenden Menschen hier in einem stark wachsenden Wirtschaftsstandort / Landkreis Starnberg einen sicheren sozialen Ort ermöglichen.

Veronika Walser:

„Servus, mein Name ist Veronika Walser und ich bin selbstständige Betreiberin der Raumausstattung Wastian in Unterbrunn. Privat bin ich ein ortsverbundener Familienmensch mit vielen ehrenamtlichen Hobbys und zahlreichen Ideen.

Seit vielen Jahren ist Unterbrunn meine Heimat. Hier bin ich glücklich mit einem waschechten Unterbrunner verheiratet. Gemeinsam mit unseren Kindern leben und engagieren wir uns in einer starken Dorfgemeinschaft.

Meine Leidenschaft gilt dem Ehrenamt – egal ob im Obst- und Gartenbauverein, im Kindergarten, in der Kirche oder bei der Feuerwehr. Wenn ich gebraucht werde, versuche ich alles Mögliche zu machen, um zu helfen.

Aufgewachsen bin ich im Nachbardorf Oberpfaffenhofen und bin dort auch heute noch in vielen Vereinen tätig, wo ein großer Teil meiner Familie sowie viele meiner Freunde leben. Die Arbeit des Gemeinderats liegt mir besonders am Herzen, weil ich der Meinung bin, dass trotz der Größe Gautings auch unsere Dörfer wie Unterbrunn, Oberbrunn, Hausen und Buchendorf eine tragende Bedeutung haben. Unser Hauptort kann von den dortigen Strukturen lernen und profitieren, denn bei uns auf dem Dorf geht vieles manchmal leichter: Man kennt sich, wächst miteinander auf, teilt die gleichen Werte und schätzt die Gemeinschaft.

Kinderbetreuung und Schule spielen für mich eine besonders wichtige Rolle. Kinder, die den gleichen Fahrtweg haben, sollten in die gleichen Klassen kommen. Außerdem sollten Betreuungsangebote in den Heimatorten unterstützt und gefördert werden.

Auch als Unternehmerin ist es mir wichtig, die Wirtschaft in Gauting zu stärken. Ich bin der Meinung, dass kurze Wege, die man bequem mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, sinnvoll sind – besonders beim Arbeiten und Einkaufen vor Ort.

Die Größe unserer Gemeinde, die oft ein erhöhtes Ausmaß an Bürokratie mit sich bringt, kann zugleich eine große Chance sein, wenn wir gemeinsam Neues schaffen, uns als Bürgerinnen und Bürger sowie als Gewerbetreibende vernetzen und bestehende Synergien erkennen und nutzen.“