
Bürgerversammlung in Unterbrunn

Der Reigen der Bürgerversammlungen von Gauting wird ja fast schon traditionell da eröffnet, wo es am schönsten ist: In Unterbrunn. Diesmal aber war zum ersten Mal Max Platzer als neuer Bürgermeister bei uns im Dorf. Gekommen waren knapp 50 Unterbrunnerinnen und Unterbrunner sowie mehrere Gemeinderäte (natürlich die beiden Unterbrunner Vertreter Korbi Röckenschuss und Axel Höpner) und Rathausmitarbeiter. Und was waren die Unterbrunner Themen: Verkehr, Straßenbeleuchtungen, Schlaglöcher waren auch diesmal dabei.
Max Platzer blickte in seinem Begrüßungsvortrag erst einmal auf die Kommunalwahl zurück. 10.625 Wähler gaben ihre Stimme ab, was eine stolze Wahlbeteiligung von 66 Prozent ergab. “Bisher arbeitet der Gemeinderat sehr gut zusammen, die Stimmung ist sehr positiv”, sagte Platzer. Die Zahl der Einwohner von Gauting stagniert bei 21.786, davon leben 935 in Unterbrunn.
Die Finanzlage in Gauting ist weiter nicht gut, auch wenn die Schulden weiter reduziert wurden. Ein Grund dafür ist die steigende Kreisumlage, die seit 2022 um fünf Millionen Euro auf mehr als 18 Millionen Euro zugelegt hat. Auch die Kinderbetreuungskosten steigen kontinuierlich. Auf der Gegenseite stehen die seit vielen Jahren niedrigen Gewerbesteuereinnahmen in Gauting. In diesem Jahr werden laut Haushaltsansatz etwa sieben Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen. “Eine weitere Ansiedlung von Gewerbe ist in unserer Gemeinde unumgänglich”, sagte Platzer. Sonst werde man sich vieles nicht mehr leisten können. Vielleicht bringt ja das neue Gewerbegebiet am Pennykreisel Besserung. Auch sonst gibt es derzeit viele Projekte – rund um den Bahnhof zum Beispiel.
“Gefühlt zu wenig aktiv” ist die Gemeinde beim Straßenerhalt, räumte der Bürgermeister ein. 400.000 Euro stehen nur im Jahr zur Verfügung, um der Schlaglöcher Herr zu werden. Ein paar Verbesserungen gab es aber zumindest. Sechs Straßen in Gauting wurden komplett saniert und 80 Schlaglöcher verfüllt. Neu ist auch die Mittagsbetreuung im Feuerwehrstüberl in Unterbrunn, die dank einer Unterbrunner Initiative und mit Hilfe von Unterbrunner Hilfe aus dem Rathaus auf die Beine gestellt wurde (auch die Sandra bedankte sich später herzlich). Das Gautinger Freibad verzeichnete in dieser Saison fast 72.000 Besucher, 14.000 mehr als 2025. “Ein bombastisches Jahr”, sagte der Max. Defizitär ist das Schwimmbad trotzdem, aber der neue Förderverein hat dazu beigetragen, dass es nicht noch höher ausfiel. Aus dem Bundesförderprogramm gibt es jetzt ja auch mehr als 700.000 Euro für die Sanierung des Bads. Es könnte noch einmal Unterstützung in ähnlicher Höhe vom Freistaat dazukommen.
Vorab hatten Unterbrunner bereits Fragen eingereicht. Der Fahrradweg zwischen Gauting und Unterbrunn hat Sanierungsbedarf, die Gemeinde will die Bitte um Ausbesserung weiterreichen. Auch der Verkehr auf der Straße war natürlich wieder Thema: Eskommen Haifischzähne auch in Unterbrunn, die an Rechts-vor-links erinnern sollen. Auch nach Tempo 30 war vorab gefragt werden. Der Smiley wird umgehängt, “in der Hoffnung, dass er zur Verkehrserziehung beiträgt”, sagte Platzer. (Anmerkung von Axel: Tempo 30 auf der Gautinger Landstraße, falls das gemeint war, ist leider weiter nicht in Sicht; Staatsstraße…). Auch in Oberbrunn würden sich manche Tempo 30 wünschen. Ohne bauliche Veränderungen werde das aber nicht genehmigt, lautet die Antwort. Immerhin: “Auf kurz oder lang wird auch Oberbrunn eine neue Straßenbeleuchtung bekommen”, sagte Max Platzer. Auch hier hängt vieles von der Haushaltslage ab.

Sevin Ulukut stellte wieder den Seniorenbeirat vor. Engagiert ist da ja auch unsere Barbara Weißer als Seniorenbeirätin. Die Gruppe kümmert sich um die Belange der älteren Bürger und organisiert zum Beispiel Senioren-Café, -Kino und Spielevormittage. Initiiert hat der Beirat unter anderem die Mitfahrer- und Ratschbänke.
Dann ging es um die Probleme und Anregungen der Unterbrunnerinnen und Unterbrunner. Die erste Bitte: In einer Kurve in der Gautinger Landstraße gibt es keine Straßenbeleuchtung, ob man da eine zusätzliche Lampe anbringen könne (ausgerechnet da, wo es keinen Fußweg gibt). “Ich nehme das gerne mit”, sagte Platzer.
Wolfram Wittmann vom Millihäusl erzählte, dass vor allem viele ältere Menschen einen Geldautomaten in Unterbrunn vermissen – und im Käseladen (der beste weit und breit, übrigens) fragten, ob sie Geld abheben können. Ob es möglich sei, dass sich die Gemeinde an den Kosten eines Automaten beteilige? “Wir haben das gleiche Thema in Gauting”, sagte Platzer. Auch im Hauptort hätten manche Banken gar keinen Automaten mehr. Auch dieses Thema nahm er aber einmal mit – ohne viel versprechen zu können.
Auch in Unterbrunn wünschen sich mehr Anlieger die Rechts-vor-Links-Zähne, zum Beispiel Am Rain und am Angerberg, wo viele, die rauf, bzw runter fahren eine gefühlte Vorfahrt empfinden… Auch “Parken in der Hauptstraße” ist ein Klassiker. Im Bereich des Reßbachs und nach der Abzweigung nach Oberpfaffenhofen ist die Lage ja oft unübersichtlich. Es gebe eine fertige verkehrsrechtliche Anordnung in der Schublade, sagte Max Platzer. Er wolle aber erst noch mit Betroffenen reden. Es gebe Nutzungen entlang der Hauptstraße, die auf Parkplätze angewiesen seien. Die Lage sei aber unbefriedigend, das wisse er.
Barbara Weisser kritisierte, es reiche nicht, nur Smileys aufzustellen. “Da muss was getan werden.” Es komme immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Autofahrer rechts vor links und Tempo 30 nicht beachten.
Einige Besucher fürchten, dass noch mehr Verkehr aufs Dorf zukommt, wenn das neue Gewerbegebiet fertig ist. Es sei zu erwarten, dass viele Laster durch Unterbrunn auf die Autobahn fahren.
Die Oberbrunner wollten wissen, wie es mit der Ortsplanung Oberbrunn weitergehe. “Wir kümmern uns gerade um die Ortsplanung in Hausen”, sagte der Bürgermeister. Im Anschluss werde man schauen, wie man in Oberbrunn weiterkomme (Ortsrundungssatzung? Bauturbo?).
